Medikamente können Potenzprobleme verursachen

Potenzprobleme sind unter Männern heutzutage ein weitverbreitetes Problem. Oftmals sind es psychische Faktoren, aber in vielen Fällen finden sich auch körperliche Ursachen, die sogar bis zur Impotenz führen können. Diverse Ursachen einer möglichen erektilen Dysfunktion sind bereits bekannt, wie zum Beispiel Diabetes, Arterienverkalkung oder allgemeine Probleme mit den Gefäßen, sodass beispielsweise nicht mehr ausreichend Blut in die Schwellkörper im Penis fließen kann. Was allerdings viele Männer gar nicht wissen: Es gibt diverse Arzneimittel, die zumindest das Auftreten einer Erektionsschwäche begünstigen und beschleunigen können.

Manche Medikamente wirken sich auf Erektionsfähigkeit aus

Es gibt tatsächlich diverse Arzneimittel, bei denen in den Nebenwirkungen aufgeführt ist, dass sie zu einer Erektionsschwäche oder sogar zur Impotenz führen können. Im Überblick handelt es sich dabei insbesondere um die folgenden Medikamentengruppen:

  • Beta-Blocker
  • Antidepressiva
  • ACE-Hemmer
  • Finasterid
  • Dutasterid
  • Ibuprophen
  • andere Schmerzmittel
  • Kalziumantagonisten

Wie Sie an der Auflistung erkennen können, handelt es sich dabei durchaus um keine ungewöhnlichen oder seltenen Medikamente, ganz im Gegenteil: Vor allem Beta-Blocker, Antidepressiva und ACE-Hemmer kommen heutzutage millionenfach zum Einsatz. Möglicherweise ist die vermehrte Einnahme dieser Medikamente sogar ein Grund dafür, dass statistisch betrachtet immer mehr Männer von Potenzstörungen betroffen sind. Im Folgenden möchten wir etwas näher auf die Gefahr der einzelnen Medikamente eingehen und in dem Zusammenhang auch erklären, warum sich welches Arzneimittel negativ auf die Potenz auswirken kann.

Zu den Medikamenten, die einerseits sehr häufig zum Einsatz kommen und andererseits die Erektionsfähigkeit negativ beeinflussen können, zählen unter anderem Beta-Blocker, ACE-Hemmer und Kalziumantagonisten. Diese Medikamente werden insbesondere eingesetzt, um einen zu hohen Blutdruck zu behandeln. Die Blutdrucksenker haben sicherlich sehr nützliche und wichtige Eigenschaften, können allerdings als mögliche Nebenwirkung zu einer erektilen Dysfunktion führen. Sicherlich stellen Sie sich in dem Zusammenhang die Frage, wie es biologisch und organisch zu erklären ist, dass solche Medikamente die Erektionsfähigkeit negativ beeinflussen können.

Bluthochdruck entsteht immer dann, wenn die Blutgefäße verengt sind und das Herz mehr Blut pumpen muss, um die gleiche Menge an Blut wie bei gesunden Menschen ohne eingeschränkte Blutgefäße durch die Adern zu befördern. Da die gleiche Menge an Blut also weniger Platz hat, führt dies zu einem erhöhten Blutdruck in den Gefäßen, also zum Bluthochdruck. Der männliche Penis gehört zu den Regionen im Körper, die – im Zuge einer Erektion – besonders gut durchblutet werden. Nimmt der Patient nun Mittel ein, die den Blutdruck senken, reicht der Druck im Penis häufig nicht mehr aus, um für eine zufriedenstellende Erektion zu sorgen. 

Potenzprobleme durch Medikamente möglich

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Man muss allerdings bezüglich der Medikamente, die zur Senkung des Blutdrucks eingesetzt werden, mittlerweile unterscheiden, denn nicht alle Arzneimittel haben die gleiche negative Auswirkung auf die Potenz. Besonders kritisch sehen Experten insbesondere die sogenannten Beta-Blocker, die zu den Blutdruck senkenden Mitteln gehören, aber auch ACE-Hemmer führen häufiger zu einer eingeschränkten Sexualfunktion. Demgegenüber wirken sich die neuen Blutdrucksenker, wie zum Beispiel Sartane, nach aktuellen Erkenntnissen nicht nennenswert negativ auf die Potenzfähigkeit aus.

Antidepressiva reduzieren mitunter ebenfalls die Erektionsfähigkeit

Zu einer anderen Gruppe von Medikamenten, die ebenfalls Potenzprobleme auslösen können, zählen die Antidepressiva. Diese Arzneimittel werden heutzutage häufig eingesetzt, da psychische Probleme in der Bevölkerung zugenommen haben. Antidepressiva wirken in vielen Fällen beruhigend und haben als Nebeneffekt ebenfalls nicht selten die Eigenschaft, dass sie den Blutdruck etwas absenken. Demzufolge ist der Wirkungsmechanismus auf die Potenz des Mannes ähnlich wie bei den zuvor beschriebenen Mitteln, die auf direkte Weise zur Senkung des Blutdrucks eingesetzt werden. Allerdings trifft diese mögliche Nebenwirkung natürlich nicht generell auf alle am Markt vorhandenen Antidepressiva zu, sodass es ratsam ist, dass Sie dich darüber gezielt mit Ihrem Arzt unterhalten.

Hormon-Medikamente ebenfalls kritisch zu sehen

Eine weitere große Gruppe von Medikamenten, die erwiesenerweise ebenfalls zu Potenzproblemen führen können, sind zahlreiche Arzneimittel, die den männlichen Hormonhaushalt beeinflussen. Dazu zählen unter anderem vor allem die folgenden zwei Arzneimittel:

  • Finasterid
  • Dutasterid

Diese zwei Wirkstoffe werden in erster Linie eingesetzt, um eine vergrößerte Prostata zu behandeln. Dabei greifen die Medikamente in den Hormonhaushalt des Mannes eine, indem das Enzym 5-alpha-Reduktase Typ 2 gehemmt wird. Dadurch findet ein Absenken der Konzentration eines männlichen Sexualhormons mit der Bezeichnung Dihydrotestosteron statt. Darüber hinaus wird Finasterid ebenfalls eingesetzt, um dem Haarausfall des Mannes vorzubeugen. Biologen fanden inzwischen heraus, dass es während einer Therapie mit einem der zwei Wirkstoffe bei über 4 Prozent der Studienteilnehmer zu Problemen mit der Erektion bzw. Verlust der Libido kam.

Ibuprofen und weitere Schmerzmittel können ebenfalls Potenzprobleme verursachen

Neben den Blutdrucksenkern, den Antidepressiva und den Medikamenten, die in den Hormonhaushalt des Mannes eingreifen, gibt es noch eine vierte große Gruppe von Arzneimitteln, bei denen ebenfalls Erektionsprobleme als Nebenwirkung auftreten können. Gemeint sind Schmerzmittel, insbesondere Ibuprofen. Aber auch andere Medikamente, die zur Reduktion von Schmerzen eingesetzt werden, können sogar Impotenz als unerwünschte Nebenwirkung haben. Zu nennen sind hier unter anderem Medikamente, die in den Bereich der Antirheumatika fallen. Zu den Arzneimitteln, die in den Bereich der Schmerzmittel fallen und mit dem jeweiligen Wirkstoff zu Erektionsprobleme führen können, zählen:

  • Ibuprofen
  • Diclofenac
  • Naproxen
  • Acetylsalicylsäure (in Aspririn)
  • Piroxicam

Dass einige Schmerzmittel tatsächlich zu einem Potenzverlust führen können, hat mittlerweile eine Studie des aus den USA stammenden Versicherungsunternehmens Kaiser Permanente ergeben, die vor nicht allzu langer Zeit im „Journal auf Urology“ veröffentlicht wurde. Das Ergebnis der Studie war, dass bei 35 Prozent aller männlichen Studienteilnehmern, die dreimal täglich an fünf Tagen pro Woche Schmerzmedikamente einnahmen, und zwar über einen Gesamtzeitraum von 100 Tagen, nach und nach Potenzprobleme auftraten. In der Studie waren es die nicht steroidalen Antirheumatika, die eingenommen wurden. Betroffen waren also insbesondere solche Schmerzmittel, die Ibuprofen, Diclofenac oder auch Acetylsalicylsäure enthielten. Trotz dieser Nebenwirkung ist allerdings dringend davon abzuraten, verordnete Schmerzmittel ohne Rücksprache mit dem Arzt abzusetzen. Es muss stets abgewogen werden, ob der Nutzen der Schmerzmittel größer als die möglichen Risiken sind, die zum Beispiel in einer verminderten Erektion bestehen.

Medikamente können Potenzprobleme verursachen und beseitigen

Grundsätzlich haben Sie jetzt gelernt, dass es einige Arzneimittel gibt, welche sich negativ auf die Erektionsfähigkeit auswirken. Auf der anderen Seite existieren natürlich ebenfalls Medikamente, die ganz gezielt bei bereits vorhandenen Erektionsstörungen eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um die landläufig als Potenzmittel bezeichneten Arzneimittel, zu denen insbesondere die folgenden drei bekannten Medikamente gehören:

  • Viagra
  • Levitra
  • Cialis

Im Vergleich zu den Blutdruck senkenden Medikamenten haben diese Arzneimittel eine exakte gegenteilige Wirkung, nämlich für einen vermehrten Zufluss des Blutes in den Penis zu sorgen. Dies geschieht über den Abbau eines Stoffes, der ansonsten dazu führen würde, dass eine verminderte Durchblutung stattfindet. Insbesondere dann, wenn körperliche Ursachen zu den Erektionsprobleme führen, haben Viagra & Co. einen sehr hohen Wirkungsgrad. Medikamente können für Männer also hinsichtlich der Potenz sowohl Fluch als auch Segen sein. Es kommt immer darauf an, welche Arzneimittel Sie einnehmen und wie sich diese vor allem auf Blutdruck und Blutfluss auswirken.

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