Potenzmittel und Alkohol

Bei Potenzmitteln handelt es sich heute um sehr spezielle Medikamente, die im menschlichen Körper eine ganz bestimmte Wirkung entfalten. Da sie einen so großen Einfluss auf die Abläufe im Organismus haben, ist es von sehr großer Bedeutung, sich einmal vor Augen zu führen, wie die Wirkung von Alkohol beeinflusst werden kann. Es gilt schließlich von Anfang an eine zu starke Wechselwirkung zu vermeiden, um sich selbst vor ernstlichen gesundheitlichen Gefahren zu schützen.

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Die normale Wirkungsweise

Um die Auswirkungen von Alkohol zu verstehen, muss erst einmal ein kurzer Blick auf die Wirkungsweise der gängigen Potenzmittel wie Viagra, Spedra, Cialis oder Levitra geworfen werden. Bei jedem dieser Präparate handelt es sich um einen sogenannten PDE-5-Hemmer. Dies bedeutet, dass der enthaltene Wirkstoff das Enzym PDE-5 hemmt, wodurch dieses seiner eigentlichen Aufgabe, nämlich den Botenstoff cGMP abzubauen, nicht mehr nachkommen kann. Für einige Zeit lang steigt so der Gehalt von cGMP im Blut, was schließlich dazu führt, dass der Penis stärker durchblutet wird und sich eine Erektion einstellt. Nach einiger Zeit wird der enthaltene Wirkstoff abgebaut, das Enzym spaltet das cGMP vermehrt auf und die Wirkung beginnt nachzulassen.

 

Das Zusammenspiel mit Alkohol

Wird dem Körper nun neben dem Medikament auch noch Alkohol zugeführt, so hat dies durchaus einen Einfluss auf die Wirkungsweise. Der Alkohol selbst wird nämlich schneller vom Körper verwertet, wie die Wirkstoffe des eigentlichen Medikaments. Dies bedeutet wiederum, dass nun eine längere Zeitspanne verstreicht, bis der Körper dazu in der Lage ist, die Wirkung des Medikaments zu entfalten. Gleichzeitig kann nicht ausgeschlossen werden, dass es nun im Rahmen der Einnahme auch zu einigen unerwünschten Nebenwirkungen kommt, auf die der Hersteller in der Packungsbeilagekonkret hinweist. Denn grundsätzlich ist die gleichzeitige Zufuhr von Medikamenten und Alkohol immer ein gewisses Risiko, dessen man sich bewusst sein sollte.

Vor einiger Zeit sorgten Wissenschaftler aber für Aufsehen, indem sie kleinere Mengen Alkohol in Verbindung mit der Einnahme von Potenzmitteln als ungefährlich und teils förderlich einstuften. Dies ging darauf zurück, dass auch Alkohol in gewissem Maße über eine gefäßerweiternde Wirkung verfügt, wodurch der Blutfluss im ganzen Körper angeregt wird. Auf der anderen Seite werden dem Alkohol bei einer geringen Menge von maximal 0,2 Promille auch die berühmten enthemmenden Fähigkeiten zugeschrieben, die sich positiv auf das Liebesspiel auswirken könnten. Die entspannende Wirkung könnte zum Beispiel dafür sorgen, dass der Leistungsdruck beim Mann verringert wird, wodurch es leichter zu einer Erektion kommt. Dennoch gilt es davon abzusehen, Sex im leicht alkoholisierten Zustand daher als einen Teil der Lösung zu betrachten.

 

Der Konsum von größeren Mengen Alkohol

Wer sich etwas genauer mit dem Thema befasst, der kommt ganz automatisch zu dem Punkt, dass der Fokus auch auf größere Mengen Alkohol gelenkt werden muss. Hierbei wird deutlich, dass die Wirkung des Potenzmittels mehr und mehr von der des Alkohols überlagert wird. Dieser beeinflusst unter anderem auch das nervliche Zusammenspiel zwischen Gehirn und Geschlechtsorganen, woraus eine hemmende und lähmende Wirkung resultieren kann. Unter anderem wird die sexuelle Empfindsamkeit speziell an der Eichel stark eingeschränkt, wodurch jegliche positiven Effekte direkt überlagert werden.

Es ist also nicht zu empfehlen, die PDE-5-Hemmer in Verbindung mit größeren Mengen Alkohol zu sich zu nehmen, da sich hierbei nicht nur die Aufnahme der Wirkstoffe verzögert, sondern zugleich auch Chance, überhaupt von der Wirkung profitieren zu können. Eine Erektion ist damit sehr schwer zu erreichen, wenn nicht sogar ganz unmöglich.

 

Zusätzliche Risiken

In der Praxis zeigen sich noch einige zusätzliche Risiken, auf die speziell geachtet werden sollte. Es beginnt bereits mit dem wichtigen Punkt, dass diese Medikamente auch einen starken Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System haben. Wer ohnehin an einer Herzschwäche leidet, der sollte bei der Einnahme in jedem Fall eine große Sorgfalt walten lassen und sie mit einem Arzt absprechen. Gleiches gilt für den Konsum von Alkohol, wobei die Effekte im individuellen Fall nicht genau abzusehen sind.

 

Zusammenfassung

Es ist keinesfalls zu empfehlen, Potenzmittel in Verbindung mit größeren Mengen Alkohol zu sich zu nehmen. Dadurch wird die Wirkung in besonderem Maße eingeschränkt oder gar vollständig neutralisiert. Auch bei kleineren Mengen kann es zu verschiedenen Wechselwirkungen kommen, wodurch zum Beispiel die Nebenwirkungen zusätzlich verstärkt werden. Aus all diesen Gründen sollte der eigene Alkoholkonsum bei der Wahl dieser Potenzmittel klar eingeschränkt werden, da sonst unwillkommene Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden können.

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