Kann häufiges Masturbieren Impotenz begünstigen?

In früheren Zeiten war Selbstbefriedigung, die Masturbation, in der Gesellschaft verpönt. Deshalb wurde insbesondere den Jugendlichen erzählt, dass Masturbation viele negative Auswirkungen haben kann, wie zum Beispiel Impotenz oder sogar bis zur Blindheit führen kann. Zwar gehören diese Aussagen früherer Zeiten mittlerweile ins Reich der Märchen, aber dennoch glauben manche Männer nach wie vor an diese Mythen. Dabei ist es wissenschaftlich mittlerweile längst belegt, dass eine gute Sexualität die Eigenschaft haben kann, das Leben zu verlängern und die Gesundheit zu fördern. Trotzdem hält sich in manchen Bereichen die Behauptung, dass insbesondere zu häufiges Masturbieren sogar impotent machen können. Wir möchten dieser Behauptung daher etwas näher auf den Grund gehen.

Kann häufiger Sex impotent machen?

Häufiges Masturbieren schadet oft nicht

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Zunächst einmal möchten wir bezüglich der Frage, ob zu häufiges Masturbieren bzw. zu häufiger Sex impotent machen kann, genau zwischen diesen zwei Varianten unterscheiden, nämlich zwischen dem Geschlechtsverkehr und dem Onanieren. Definitiv fest steht, dass häufiger Sex innerhalb einer funktionierenden Partnerschaft, der von beiden Parteien als befriedigend empfunden wird, sich keinesfalls negativ auf die Potenz des Mannes auswirken kann. Demgegenüber gilt dies allerdings nicht bei einer nicht reibungslos funktionierenden Sexualität, die insbesondere von Ängsten, Stress und psychischem Druck geprägt ist. Unter diesen Voraussetzungen passiert es in der heutigen Gesellschaft sogar immer häufiger, dass die entsprechenden Männer über Potenzprobleme klagen, die dann psychischer Natur sind. Ein wesentlicher Grund darin besteht darin, dass die Männer Angst haben, ihre Partnerin nicht mehr ausreichend befriedigen zu können.

Grundsätzlich ist es allerdings so, dass solche Probleme nicht mit der Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs zu begründen sind, sondern stattdessen gibt es generelle Probleme in der Partnerschaft bzw. bei der Sexualität. Nicht zu vergessen ist, dass eine erektile Dysfunktion natürlich nicht nur psychische, sondern auch physische Ursachen haben kann. Wissenschaftler stellen allerdings immer öfter fest, dass insbesondere bei Männern im Alter von bis zu 40 Jahren die psychischen Ursachen überwiegen. Mittlerweile ist sogar jeder vierte Mann bis zu diesem Alter zumindest zeitweise von Erektionsproblemen betroffen. Dennoch lässt sich mit Sicherheit ausschließen, dass zu häufiger Geschlechtsverkehr eine Ursache für die Potenzprobleme ist.

Kann zu häufiges Masturbieren zu Impotenz führen?

Es steht also eindeutig fest, dass häufiger Geschlechtsverkehr nicht dazu in der Lage ist, Impotenz zu verursachen oder zu fördern. Wie aber sieht es mit dem relativ häufigen Onanieren aus? Auch hier lautet die Antwort ganz klar, dass häufiges Masturbieren keine wissenschaftlich zu belegende physische Ursache für Potenzprobleme ist. Allerdings gibt es durchaus Ausnahmen, denn unter bestimmten Voraussetzungen kann sehr häufiges Masturbieren tatsächlich dazu führen, dass Potenzprobleme entstehen. Dazu muss man wissen, dass die Erektion eine Art Reflex ist, der auf spezielle Reize und eine Stimulation reagiert. Masturbieren Männer nun relativ häufig und basiert die Erektion immer wieder auf speziellen sexuellen Reizen, können anschließend unter der Voraussetzung Potenzprobleme auftreten, sobald diese Reize nicht mehr vorhanden sind.

Denken Männer also beispielsweise beim Masturbieren an einen großen Busen und ist es dann aus bestimmten Gründen nicht realisierbar, sich dieses Bild weiterhin vorzustellen, kann es durchaus passieren, dass Potenzprobleme auftreten. Manchmal muss die Vorstellung sogar in die Praxis übertragen werden, sodass – im Beispiel – Männer unter der Voraussetzung keine ausreichende Erektion mehr bekommen würden, wenn sie nicht mit einer Partnerin Geschlechtsverkehr haben, die einen besonders großen Busen hat. Dies ist natürlich nur ein Beispiel für viele Reize, deren Fehlen dazu führen kann, dass Potenzprobleme entstehen.

Allerdings ist dies nicht unbedingt auf die Häufigkeit der Masturbation zurückzuführen, sondern auf die Gewöhnung an spezielle Reize. Aus dem genannten Grund halten Wissenschaftler insbesondere den häufigen Konsum von Pornographie für gefährlich. In nahezu jedem Pornofilm werden die jeweiligen Akteure idealisiert, sodass es die „echten“ Partner in der Praxis schwer haben bzw. es meistens unmöglich ist, auf dem gleichen Niveau zu agieren. Auch diese Tatsache kann dazu führen, dass bei Männern verstärkt Potenzprobleme auftreten.

In der Übersicht lässt sich die Frage danach, ob zu häufiges Masturbieren zu Potenzproblemen führen kann, zusammenfassend wie folgt beantworten:

  • Grundsätzlich führt häufiges Onanieren nicht zu Potenzproblemen
  • immer die gleichen Reize können bei deren Fehlen Erektionsprobleme verursachen
  • Pornographie erhöht das Risiko von späteren Potenzproblemen in der Partnerschaft

Wie häufig ist Onanieren eigentlich normal?

Wenn es nun tatsächlich um die Frage geht, ob zu häufiges Masturbieren zu Potenzproblemen führen kann, stellt sich natürlich zunächst einmal die Frage, was in dem Zusammenhang eigentlich als häufig anzusehen ist. Dazu muss man wissen, welche Frequenz beim Masturbieren als normal anzusehen ist. Zunächst einmal steht fest, dass zu häufiges Selbstbefriedigen spätestens dann eingetreten ist, wenn im Rahmen der Selbstbefriedigung Schmerzen oder gar Verletzungen entstehen. Aber auch psychische Komponenten spielen eine Rolle, denn Experten sprechen auch dann von zu häufigem Masturbieren, wenn die Männer praktisch an nichts anderes mehr denken können als an ihre Selbstbefriedigung. Eine bestimmte Anzahl bzw. Frequenz gibt es also nicht, sondern es kommt insbesondere darauf an, wie sich die Selbstbefriedigung auf den Alltag auswirkt.

Kann man sich von zu häufigem Masturbieren lösen?

Wenn Sie selbst das Gefühl haben, eigentlich zu häufig Selbstbefriedigung zu betreiben, ist es vielleicht an der Zeit, etwas dagegen zu unternehmen. Es gibt durchaus Möglichkeiten, die Frequenz der Selbstbefriedigung zu reduzieren und wieder auf ein normales Maß zu senken. Studien haben beispielsweise ergeben, dass durch eine vollständige Entwöhnung, also durch den Verzicht auf Onanieren für einen Zeitraum von mindestens 30 Tagen, eine Art Reset-Schalter gedrückt werden kann. Anschließend ist es wichtig, dass die bisherige Art und Häufigkeit der Selbstbefriedigung verändert wird, am besten dadurch, dass die Praktiken beim Onanieren wieder näher an den eigentlichen Geschlechtsakt gebracht werden. Insbesondere sollte man häufiges Masturbieren im Zusammenhang mit Pornofilmen oder anderem pornographischen Material vermeiden bzw. auf ein geringes Maß reduzieren.

Wirkt sich Selbstbefriedigung positiv auf die Gesundheit aus?

Da wir nun die Frage geklärt haben, dass häufiges Onanieren grundsätzlich nicht zwangsläufig zu Potenzproblemen führt, geht es im Umkehrschluss nun darum, ob Selbstbefriedigung vielleicht sogar positive Einflüsse auf die Gesundheit haben kann. Dies ist nach Meinung der meisten Wissenschaftler tatsächlich der Fall, insbesondere unter der Voraussetzung, dass durch Selbstbefriedigung Stress und Anspannungen reduziert werden können. Darüber hinaus hat Masturbieren insbesondere kurz vor der Nachtruhe bei zahlreichen Männern den positiven Effekt, dass sie besser (ein-)schlafen. Aber auch ein verbessertes Selbstbewusstsein ist auf der Habenseite zu nennen, wenn es um mögliche positive Auswirkung der Selbstbefriedigung geht.

Ein ebenfalls positiver Nebeneffekt besteht zudem darin, dass beim Onanieren natürlich keine Ansteckung mit sexuellen übertragbaren Geschlechtskrankheiten möglich ist. Sogar eine positive Auswirkung auf das Herzkreislaufsystem konnten Wissenschaftler mittlerweile nachweisen. Grundsätzlich steht eine funktionierende Partnerschaft mit regelmäßigem Geschlechtsverkehr und Selbstbefriedigung übrigens nicht in einem Gegensatz zueinander. Dies kann auch eine Studie aus den Vereinigten Staaten belegen, nach der insgesamt über 90 Prozent aller volljährigen Männer regelmäßig masturbieren, unabhängig davon, ob sie sich in einer festen Partnerschaft befinden bzw. regelmäßigen Geschlechtsverkehr haben oder nicht.

Eine andere Studie aus den Vereinigten Staaten kam vor kurzer Zeit sogar zu dem erstaunlichen Ergebnis, dass Männer, die besonders viele Orgasmen erleben, durchschnittlich länger leben. Allerdings konnte in der Studie nicht eindeutig belegt werden, dass die verlängerte Lebensdauer ausschließlich auf die erhöhten sexuellen Aktivitäten zurückzuführen ist, sondern es können auch noch andere Faktoren dazu beigetragen haben.

Fazit: Häufiges Onanieren ist normalerweise nicht problematisch

In der Regel ist es so, dass relativ häufiges Masturbieren nicht dazu führt, dass Potenzprobleme entstehen. Trotzdem sollte man grundsätzlich etwas vorsichtig sein bzw. genau darauf achten, ob sich die häufige Selbstbefriedigung in gewisser Art und Weise negativ auswirkt. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die Selbstbefriedigung zur Sucht wird und spezielle Reize benötigt werden, ohne die ein Orgasmus nicht mehr möglich ist. An diesem Punkt sollte man überlegen, ob man doch nicht etwas ändert, damit es gar nicht erst zu Potenzproblemen kommt. Auf der anderen Seite haben einige Studien bereits belegen können, dass häufigeres Masturbieren einige positive Effekte auf die Gesundheit hat, wie zum Beispiel mehr Selbstbewusstsein, Stressabbau und sogar ein längeres Leben kann nicht ausgeschlossen werden.

 

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